Offene Punkte zu SA-CCR: Der EBA-RTS in der Analyse

Offene Punkte zu SA CCR: Der EBA-RTS in der Analyse

In der am 07. Juni 2019 final veröffentlichten und ab dem 28. Juli 2021 anzuwendenden CRR II sind insbesondere die Vorgaben zum neuen Standardansatz zur Messung von Gegenparteiausfallrisiken (SA‑CCR) enthalten. Einige offene Punkte in diesem neuen Standardansatz sind bis zum 28. Dezember 2019 durch die EBA zu konkretisieren. Das entsprechende Konsultationspapier "EBA Draft RTS on SA‑CCR" (EBA/CP/2019/03) wurde bereits vor der finalen CRR II am 02. Mai 2019 veröffentlicht. In diesem RTS sind Methodenvorschläge zu den nachfolgend genannten offenen Punkten enthalten. In der am 07. Juni 2019 final veröffentlichten und ab dem 28. Juli 2021 anzuwendenden CRR II sind insbesondere die Vorgaben zum neuen Standardansatz zur Messung von Gegenparteiausfallrisiken (SA‑CCR) enthalten. Einige offene Punkte in diesem neuen Standardansatz sind bis zum 28. Dezember 2019 durch die EBA zu konkretisieren. Das entsprechende Konsultationspapier "EBA Draft RTS on SA‑CCR" (EBA/CP/2019/03) wurde bereits vor der finalen CRR II am 02. Mai 2019 veröffentlicht. In diesem RTS sind Methodenvorschläge zu den nachfolgend genannten offenen Punkten enthalten.

Mapping von Derivaten zu Risikokategorien, Bestimmung des primären Risikotreibers

Mit dem Vorschlag die Risikokategorie-Zuordnung nicht nur für Handelsbuchgeschäfte, sondern für alle Geschäfte auf Basis von FRTB-Sensitivitäten durchzuführen enthält der EBA-RTS nun wieder Querbezug zwischen SA‑CCR und FRTB. Dieser Querbezug wird über den RTS nun sogar für Anlagebuchderivate ein Thema. Ob diese Zuordnungsmethodik für die Banken in der Umsetzung praktikabel ist, bleibt fraglich. Das von der EBA vorgeschlagene Fallback-Szenario "Zuordnung zu allen Risikokategorien mit identifizierten Risikotreibern ohne Wesentlichkeitsprüfung" entspricht allerdings ebenfalls nicht der von vielen Banken erhofften Lösung, nämlich einer Vorgabe für die Zuordnung zu nur einer Risikokategorie mindestens für alle gängigen Standard-Instrumente. Cross-Currency-Swaps fallen als prominentestes Beispiel im RTS nicht unter den Ansatz 1, der eine Zuordnung des Instruments zu genau einer Risikokategorie vorsieht. Über die Frequenz, in der die Zuordnung vorzunehmen ist, ist im RTS  keine Aussage enthalten.

Risikokategorie Zuordnung nach EBA-RTS

Aufsichtsdelta für Optionen der Risikokategorie Zins

Die EBA formuliert im RTS wie erwartet den Vorschlag, negative Zinssätze mit einen Lambda-Shift auf positive Werte zu heben, um die in der CRR II für Optionen vorgesehene vereinfachte Black-Scholes-Formel anwenden zu können. Vorgeschlagen wird ein Shift auf Einzelgeschäftsebene oder alternativ ein Shift je Währung. Ein auf Marktdaten basierender Shift ist im RTS zwar als Alternative noch enthalten, wird aber von der EBA auf Grund der damit verbundenen Ermessensspielräume als nicht tragfähig erachtet, so dass diese Variante vermutlich in der finalen RTS-Version nicht mehr enthalten sein wird.

Bestimmung von "long" und "short"

Egal ob die von der EBA favorisierten FRTB-Sensitivitäten oder die Cashflow-Struktur des Instruments zur Bestimmung von Kauf- und Verkaufspositionen herangezogen werden: Mit dem Hedging-Zweck formuliert die EBA im RTS auch den entscheidenden Punkt, nachdem die Institute das Vorzeichen des Aufsichtsdeltas letztendlich passend zu den Hedging-Effekten in der SA‑CCR AddOn-Berechnung ausrichten müssen.

Fazit

Die EBA hat die in der CRR II geforderten Vorgaben zeitnah vorgelegt. Trotzdem bleiben in der konkreten praktischen Umsetzung viele Fragen unbeantwortet.

Lesen Sie hierzu auch unsere ausführliche Analyse und Stellungnahme in den RegNews 02/2019.