Best Practice Operational Risk – Der integrierte Ansatz der SKS Group

Herausforderungen durch den neuen Standardansatz meistern

Am 7. Dezember 2017 veröffentlichte der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (Paper BCBS 424) den neuen Standardansatz zum operationellen Risiko, der alle drei bisherigen Ansätze Basisindikatoransatz (BIA), Standardansatz (STA) und fortgeschrittener Messansatz (AMA) in der Säule I ersetzen wird.

Hintergrund ist die Erwartung der Aufsicht, durch diese Vereinfachung einen homogeneren Vergleich der Kapitalausstattung ihrer Institute zu erreichen. Allerdings bleiben gleichzeitig die Institute verpflichtet, weiterhin interne Modelle für die Säule II zu verwenden. Anzuwenden ist der neue Ansatz zum 01.01.2022.

Der SMA besteht aus 2 Komponenten, welche miteinander multipliziert werden:

  1. Business Indicator Component (BIC, Geschäftsindikatorkomponente)
  2. Internal Loss Multiplicator (ILM, Interner Verlustmultiplikator)

Während die Geschäftsindikatorkomponente BIC sich aus Komponenten der GuV ergibt, ist der Interne Verlustmultiplikator abhängig von den operationellen Verlusten eines Institutes.

 

Die Geschäftsindikatorkomponente (BIC)

Die BIC berechnet sich aus dem Geschäftsindikator (BI) multipliziert mit dem Faktor Alpha, wobei der BI sich aus der Summe der 3 Komponenten Zinskomponente, Dienstleistungskomponente sowie Finanzkomponente berechnet.

Der BI wird dann gemäß folgender Tabelle mit dem Alpha-Faktor multipliziert. Hintergrund ist die Annahme, dass der Kapitalbedarf bei großen, komplexen Banken höher ist als bei kleineren Banken und damit der Geschäftsindikator höher gewichtet wird.

Alpha-Faktor

 

Der interne Verlustmultiplikator (ILM) – neue Anforderungen an die Institute

Für Banken in den Buckets 2 und 3 werden die internen Verlustdaten verpflichtend in die Berechnungslogik einfließen. Das beinhaltet für diese Institute die neue Anforderung, die Verlustereignisse mit den entsprechenden Buchungen in der GuV zu belegen/verknüpfen. Ob Institute des Buckets 1 diese Anforderung auf freiwilliger Basis umsetzen dürfen ist noch nicht durch die deutsche Bankenaufsicht geklärt.

Der ILM berechnet sich dann folgendermaßen:

interner Verslustmultiplikator

wobei die Verlustkomponente das 15-fache des durchschnittlichen Verlustes aller Schadensfälle pro Jahr (für die letzten 10 Jahre!) betrachtet. Bei Banken aus Bucket 1 (Alpha-Faktor 12%), wird der ILM mit 1 gewichtet. Somit müssen diese (kleineren) Institute die höheren Anforderungen an die Verlustdatensammlung nicht zwingend umsetzen. Hier ist allerdings die Entscheidung noch offen, ob kleineren Instituten das Wahlrecht eingeräumt wird, ebenfalls die Berücksichtigung historischer Verlustdaten i.R.d. Eigenkapitalberechnung zu erlauben.

Gerne führen wir mit Ihnen eine Proberechnung mit unserem S(M)A-Rechner durch!

 

Etablierung eines Operational Risk Rahmenwerkes

Unabhängig vom neuen Standardansatz gilt auch weiterhin, dass die bewährten Methoden des OpRisk-Managements im Sinne einer Best-Practice – unter Berücksichtigung des Proportionalitätsprinzips – in einem Institut Anwendung finden sollten.

Das bedeutet, das insbesondere die folgenden Instrumente eingesetzt werden sollten:

  • Implementierung einer effizienten Three-Lines-of-Defence Aufbauorganisation mit einer lebenden Operational Risk Kultur inkl. umfangreicher Schulungsmaßnahmen
  • Auf dieser Basis eine vollumfängliche und konsistente Verlustdatensammlung
  • regelmäßige Risk Assessments
  • Einführung funktionierender Frühwarnindikatoren
  • Einführung von Szenarioanalysen und Berücksichtigung externer Verlustereignisse.

Dies stellt eine revisionssichere Umsetzung für die Bank sicher und hilft mittelfristig durch ein effizientes OpRisk-Management Verluste zu vermeiden und damit Kosten zu reduzieren.

 

Weiterentwicklung Ihres OpRisk-Managements vor dem Hintergrund des neuen Standardansatzes

OpRisk Management

Sind Sie sicher, dass alle relevanten Verluste auch gemeldet werden?
Fühlen Sie sich gut vorbereitet auf eine externe Prüfung?


Das 3LoD-Konzept stellt ein vollständiges und umfängliches Risikomanagement und -controlling sicher

Risikomanagemen, Risikocontrolling

Die SKS Gruppe hat mit ihrer Tochter Interexa AG sowohl das fachliche Know-how als auch mit der Software Operational Risk Center (ORC) die entsprechende Lösung für alle wesentlichen OpRisk-Methoden.

Die Anforderungen an den Aufbau einer Verlustdatensammlung werden insbesondere für kleine/mittlere Banken steigen. Es ist wichtig, dass Institute frühzeitig anfangen, eine Datenhistorie aufzubauen, auch wenn bei geringerer Datenverfügbarkeit in den ersten Jahren ein kürzerer Zeitraum als 10 Jahre in Betracht gezogen werden darf. Zu beachten ist, dass durch das BCBS gewisse qualitative Anforderungen (z.B. Buchungslogik) an die Verlustdaten formuliert wurden, die auch von Instituten im Bucket 2 bereits einzuhalten sind.

SKS hat (insbesondere für AMA-Institute, aber auch in Kooperation mit der Interexa AG) bereits bei einigen Banken erfolgreich bei der Implementierung eines OpRisk-Rahmenwerks unterstütz bzw. gemäß dem aktuellen Stand der Regulatorik und dem Geschäftsmodell der jeweiligen Bank das OpRisk-Rahmenwerk weiterentwickelt. 

 

Best-Practice-Methoden im OpRisk Management – Der integrierte Ansatz von interexa und SKS Advisory

OpRisk Management

Wir helfen Ihnen, die OpRisk-Methoden, das IKS und die MaRisk-Compliance erfolgreich zu verzahnen.

Wenn Sie mehr zu ORC erfahren möchten, dann besuchen Sie gerne die Webseiten der interexa AG und  des VÖBS.