Baseler Vorgaben zum Verbriefungsrahmenwerk

Mit dem Ziel, das Regelwerk zur Eigenkapitalunterlegung von Verbriefungen grundlegend zu reformieren, hatte der Baseler Ausschuss im Dezember 2012 zunächst ein erstes Konsultationspapier veröffentlicht.

Die wesentlichen Neuerungen gegenüber den bestehenden Ansätzen lauteten:

  • Etablierung einer einzigen Ansatzhierarchie
  • keine Wahlrechte für Aufsichtsbehörden oder Institute bezüglich des zu verwendenden Ansatzes innerhalb einer Hierarchiestufe
  • Reduzierung der Komplexität der Ansätze
  • Harmonisierung der verschiedenen Ansätze bezüglich der resultierenden Eigenkapitalanforderungen

Ein zweites Konsultationspapier mit dem Titel „Revisions to the securitisation framework“ erschien am 19. Dezember 2013.

Darin bleibt es bei den Zielen, wie sie bereits im ersten Konsultationspapier avisiert und benannt wurden. Angestrebt wird die Beseitigung der im Zuge der Finanzmarktkrise in Erscheinung getretenen Schwächen:

  • starke Abhängigkeit der Eigenkapitalanforderungen von externen Ratings 
  • zu hohe / zu niedrige Risikogewichte für gut / schlecht beurteilte Verbriefungspositionen
  • bestehende regulatorische Klippeneffekte bei Verbriefungen, deren zugrundeliegender Forderungspool sich aufgrund der Kreditqualität verschlechtert

Im Wesentlichen führen die vorgeschlagenen Änderungen zu einer erheblichen Komplexitätsminderung des Rahmenwerks – sowohl bezüglich der Einzelansätze selbst als auch im Hinblick auf die hierarchische Struktur. Demgegenüber zeichnet sich eine grundlegend erhöhte Kapitalanforderung ab, die am unteren Ende der Risikogewichte auch auf ein erhöhtes Mindestrisikogewicht zurückzuführen ist.

Die genauen Auswirkungen werden sich im Rahmen der flankierenden quantitativen Auswirkungsstudie (Quantitative Impact Study – QIS) zeigen, die in der ersten Jahreshälfte 2014 durchgeführt werden und abgeschlossen sein soll.