Baseler Vorgaben zum Grosskreditregime

Das neue Baseler Großkreditregime soll zum 01. Januar 2019 umgesetzt werden.  

Nach Vorlage eines ersten Konsultationspapiers im März 2013 hat der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht aktuell seine finalen Vorschläge für international einheitliche Großkreditregelungen vorgelegt. Die neuen Regelungen sehen weiterhin eine generelle Großkredit-Obergrenze in Höhe von 25 % des sogenannten „anrechenbaren Kapitals“ (nur Kernkapital) vor. Zwischen global systemrelevanten Instituten (G-SIB) wurde davon abweichend eine Großkredit-Obergrenze in Höhe von 15 % formuliert.

Im Vergleich zu dem 2013 veröffentlichten Konsultationspapier haben sich darüber hinaus folgende Anpassungen ergeben: 

1. Die Definitionsgrenze (Meldeschwelle) liegt nun bei 10 % des anrechenbaren Kapitals, anstatt wie ursprünglich vorgeschlagen bei 5 %.

2. Für OTC-Derivate ist für die Exposure-Berechnung künftig der sogenannte „Standardised Approach for measuring Counterparty Credit Risk (SA-CCR)“ zu nutzen. 

3. Im Rahmen der traditionellen außerbilanziellen Geschäfte ist für die Bemessung der Exposures zukünftig die Anwendung der Konversionsfaktoren des Kreditrisikostandardansatzes (KSA) vorgesehen, wobei eine Untergrenze (Floor) in Höhe von 10 % zu berücksichtigen ist. 

4. Im Rahmen der Risikominderungstechniken ist die Berücksichtigung von Realsicherheiten grundsätzlich gestrichen.

5. Forderungen gegenüber Staaten und Zentralbanken (Intraday-Interbank-Forderungen) und Kredite gegenüber qualifizierten zentralen Gegenparteien sind zu 100 % von der Anrechnung auf die Großkreditgrenzen ausgenommen. Bis zum Jahre 2016 wird der Baseler Ausschuss allerdings überprüfen, ob die Einführung eines Limits für Forderungen gegenüber qualifizierten zugelassenen Gegenparteien im Zusammenhang mit Clearing-Aktivitäten angebracht ist. 

6. Für gedeckte Schuldverschreibungen kann unter bestimmten Umständen eine Anrechnung mit 20 % des Nominalwerts in Anspruch genommen werden.

7. Im Rahmen der Durchschau für bestimmte Transaktionen (wie Verbriefungen oder Fonds) ist die zunächst vorgeschlagene Granularitätsschwelle durch eine Materialitätsschwelle in Höhe von 0,25 % des anrechenbaren Kapitals ersetzt worden. 

Obwohl Übergangsregelungen nicht vorgesehen sind, haben nationale Bankenaufsichtsbehörden schon vor 2019 die Möglichkeit, Meldungen auf Basis der neuen Regelungen zu erheben – um Instituten die Umstellung zu erleichtern und eventuelle Schwierigkeiten frühzeitig zu identifizieren. 

Analog zum Basel III-Monitoring ist davon auszugehen, dass im Rahmen des Großkreditreportings künftig entsprechende Meldungen zu erstellen sind.