Supervisory Reporting on Forbearance

Die European Banking Authority (EBA) hat am 21. Oktober 2013 den Final Draft Implementing Technical Standards (ITS) „Supervisory reporting on forbearance and non-performing exposures“ inklusive der entsprechenden FINREP-Meldetemplates veröffentlicht. Diese betreffen im Wesentlichen Verträge, die aufgrund finanzieller Schwierigkeiten des Schuldners nachverhandelt wurden („forbearance measures“) oder zum Berichtszeitpunkt notleidend sind („non-performing exposures“). Durch den vorliegenden ITS sind hauptsächlich die FINREP-Meldetemplates 18 und 19 betroffen. Das vorliegende überarbeitete Dokument stellt den finalen Entwurf des ITS dar. Nach der Übernahme durch die EU-Kommission wird dieser die bereits verabschiedeten ITS ergänzen. Die erste Meldung erfolgte am 31. Dezember 2014 für die Daten per 30. September.

Die nachfolgende Darstellung gibt einen Überblick über die wesentlichen Eckdaten und Meldetermine der Regulierung:

Hintergrund der Regulierung

In dem aktuellen wirtschaftlichen Umfeld wurden von der EBA unter anderem zwei wesentliche Problemfelder in Bezug auf die Qualität der Vermögenswerte innerhalb der EU identifiziert:

  • der potenzielle Missbrauch der „forbearance measures“ seitens der Institute, um die Erfassung der Verluste zu vermeiden, sowie
  • das Fehlen von einheitlichen Definitionen für „forbearance measures“ sowie für „non-performing exposures“.

Insbesondere Letzteres verhindert die Vergleichbarkeit der Qualität der Vermögenswerte bei verschiedenen Instituten innerhalb der EU und somit die Möglichkeit einer standardisierten Datenerhebung seitens der Aufsichtsbehörden. Darüber hinaus entsteht durch die fehlende Vergleichbarkeit der Daten Unsicherheit auf den Kapitalmärkten. 

Mit den vorliegenden Meldetemplates (im Wesentlichen Template 18 und 19) sowie dem dazugehörigen ITS sollen insbesondere folgende Zielsetzungen erreicht werden:

  • die Vereinheitlichung der Definitionen für „forbearance measures“ sowie für „non-performing exposures“ innerhalb der EU, sowie
  • die Vervollständigung des bestehenden Regelwerkes zur aufsichtsrechtlichen Berichterstattung durch Aufnahme der neuen Definitionen und Meldetemplates zur Darstellung der Qualität der Vermögenswerte.

Diese sind als eine Ergänzung zu den bestehenden Definitionen zu sehen. Somit sollte auf die unter anderem von der EBA identifizierten Problemfelder reagiert werden.

Wege in Forbearance….

Als „forborne“ sind grundsätzlich die Engagements einzustufen, gegenüber denen die entsprechenden „forbearance measures“ eingeleitet wurden.

Als „forbearance measures“ bezeichnet die EBA die Zugeständnisse („concessions“), die dem Kreditnehmer aufgrund der bestehenden oder erwarteten finanziellen Schwierigkeiten („financial difficulties“) gewährt werden.

Darüber hinaus führt die EBA weitere Möglichkeiten auf, wann ein Exposure als „forborne“ eingestuft werden soll. Diese sind in der nachfolgenden Darstellung im Überblick dargestellt.

Bei dem  Assessment und der Umsetzung sollten von den Instituten sämtliche Facetten beleuchtet werden.

Wesentliche Herausforderungen für die Institute

Bei der Umsetzung der Regulierung dürften sich bei den Instituten insbesondere folgende Herausforderungen ergeben:

Komplexität der Definition für „forbearance“
Der EBA wird vorgeworfen, die Definitionen seien zu komplex und nicht prinzipienbasiert genug festgelegt worden. Dies betrifft beispielsweise die definitorische Problematik des Begriffes der finanziellen Schwierigkeiten („financial difficulties“). Als finanzielle Schwierigkeiten bezeichnet die EBA den Zustand, in dem beim Kreditnehmer die Schwierigkeiten bezüglich der Bedienung der finanziellen Verpflichtungen bestehen oder diese erwartet werden. Von einer weiteren Konkretisierung des Begriffes sieht die EBA wegen der möglichen Gefahr zur Einengung („comprehensivness“) des Begriffes ab. In der Praxis dürfte sich allerdings eine eindeutige Abgrenzung der entsprechenden Kriterien und/oder Merkmale nicht leicht gestalten.

Abweichungen zu den bestehenden Prozessen in der Rechnungslegung und Aufsichtsrecht 
Des Weiteren wird der EBA vorgehalten, das Ziel verfehlt zu haben, die Regelungen weitgehend auf die bereits vorhandenen und von den Instituten angewendeten regulatorischen Vorgaben und Anforderungen aus der Rechnungslegung aufzubauen. Die EBA rechtfertigt die derartigen Differenzen beispielsweise zwischen dem IFRS Rahmenwerk und den aktuellen ITS-Vorgaben durch die unterschiedlichen Zielsetzungen der beiden Regelwerke. Damit werden sehr wahrscheinlich zusätzliche Herausforderungen und Schwierigkeiten bei der konzeptionellen und prozessualen Umsetzung der Anforderungen bei den Kreditinstituten verursacht.

Insbesondere ist weiterhin analog des vorherigen Consultation Paper vom 26. März 2013 Folgendes anzumerken. Die von der EBA als Zugeständnisse definierten Refinanzierungsmaßnahmen sowie Anpassungen der Konditionen eines Vertrages gelten gemäß IAS 39.59(c) als objektive Hinweise auf eine Wertminderung. Ergibt sich aber bei der anschließenden Bewertung kein Bedarf für die Bildung der Risikovorsorge, werden die Engagements mit den gewährten Zugeständnissen von den Instituten in der Regel nur eingeschränkt gekennzeichnet oder berichtet. Um die vorliegenden EBA-Anforderungen zu erfüllen, müssen in der Regel die entsprechenden Prozesse und Systeme bezüglich Kennzeichnung, Tracking und Berichterstattung solcher Engagements implementiert werden – für die Institute ein nicht zu unterschätzender Aufwand. Die nachfolgende Abbildung stellt die Fallunterscheidung „CRR-Ausfall“ – „IFRS Impairment“ – „Forbearance“ noch einmal überblicksartig dar. 

Über die für die EBA-Regulierungen üblichen fachlichen, prozessualen und technischen Herausforderungen hinaus gewinnt bei der Umsetzung dieses Themas die Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Organisationseinheiten eines Institutes eine große Bedeutung.

Umsetzungsvorschlag und Unterstützungspotential seitens SKS

Aufgrund der langjährigen Beratungserfahrung und Expertise in den Bereichen Accounting, Risikomanagement, Kreditprozesse und Aufsichtsrecht sowohl auf der Fachseite als auch in der Umsetzung kann SKS die Institute mit inhaltlichem Know-how und Umsetzungskompetenz effektiv unterstützen.

Zur Zielfindung und konkreten Planung des Gesamtprojekts empfehlen wir, eine Vorstudie durchzuführen, um mehr Transparenz und Entscheidungsklarheit zu erhalten